Seltener sind Darstellungen, auf denen Ärmel zu erkennen sind.
Diese sind etwas kleidsamer, da weniger Stoff verwendet werden
muss und passen sich besser unter der Rüstung an. Allerdings
scheint (leider) der weite rechteckige Schnitt der weiter
verbreitete zu sein.
Es ist anzunehmen, daß die Soldaten unter dem Panzer (lorica)
eher eine gepolsterte Weste trugen (subarmalis), als eine weite
Tunika, die sich vor allem unter den Armen durch den Stoffüberschuß
zu unbequemen Falten legt.
Neben der Naturfarbe des Stoffes wurden diverse Farben durch
unterschiedliche Färbemittel erzeugt. Relativ einfach waren
schwache Grün- und Gelbtöne herzustellen. Ein sehr intensives
Blau konnte man durch Waid erzeugen, ein Kraut, das den
Indigo-Farbstoff enthält, der heute industriell gewonnen und
zum Färben der Jeans verwendet wird. Der blaue Farbstoff war
schon 2500 v.Chr. bei den Ägyptern bekannt. Cäsar beschreibt
die Bretonen, die ihre Körper mit blauer, aus Waid gewonnener,
Farbe bemalen.
Als Kulturpflanze wurde der Färberwaid schon bei den Römern künstlich
zur Gewinnung von Indigo-Farbstoff angebaut, bis zur chemischen
Herstellung des Farbstoffs und den Importen aus Indien gab es
hierzulande eine regelrechte Waidindustrie.
Das Färben mit Indigo ist sehr aufwändig, doch werden wir mit
einigen Exeperimenten versuchen, einige Naturstoffe für unsere
Tuniken damit einzufärben.
Rottöne waren recht schwer zu erzeugen,
das rot-violette Purpur, gewonnen aus der Purpur-Schnecke, kommt
für einen Auxiliar nicht in Frage. Allerdings war es möglich,
mit Ersatzfarbstoffen einen nahezu identischen Farbton zu
erzeugen, wie Quellen belegen.
Welche Farben davon für Soldaten in
Frage kommen, muss aufgrund der Quellenlage offen bleiben. Es
wird zwar vorgeschlagen, einfache Soldaten in weiß und
Offiziere in rot zu kleiden, aber es gibt auch genügend
Gegenbeispiele. Auch die Frage, bis zu welchem Maße die
Uniformität, wie wir sie von heutigen Armeen gewöhnt sind, auf
die Auxilien des 2. Jahrhunderts n. Chr. übertragbar ist.
Verzierungen auf der Tunika in Form von
farblich kontrastierenden Längsstreifen (Clavi) sind denkbar.
Oft wurden diese bereits beim Weben des Stoffes eingearbeitet,
aber auch die nachträgliche Applikation ist nachgewiesen.