Tunika
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Leider sind keine archäologischen Fundstücke bekannt, die zweifelsfrei einer militärischen Tunika zuzuordnen sind. Beste Quellen sind hier Reliefs von Grabsteinen oder von der Trajanssäule. Legionäre und Auxiliare werden meist mit identischen Tuniken dargestellt, wobei Auxiliare mit Hosen meist kürzere Tuniken tragen.
Zivile Tuniken gibt es im Original z.B. aus Israel und Ägypten. Der übliche rechteckige Schnitt ohne Ärmel erfordert jede Menge Stoff , der recht umständlich drapiert werden muss und gefaltet zwischen einer Länge von 140-120cm und einer Weite von ca. 140cm liegt. Das heißt, die Tunika ist meist weiter als lang!
Seltener sind Darstellungen, auf denen Ärmel zu erkennen sind. Diese sind etwas kleidsamer, da weniger Stoff verwendet werden muss und passen sich besser unter der Rüstung an. Allerdings scheint (leider) der weite rechteckige Schnitt der weiter verbreitete zu sein. 
Es ist anzunehmen, daß die Soldaten unter dem Panzer (lorica) eher eine gepolsterte Weste trugen (subarmalis), als eine weite Tunika, die sich vor allem unter den Armen durch den Stoffüberschuß zu unbequemen Falten legt. 

Farbe:

Neben der Naturfarbe des Stoffes wurden diverse Farben durch unterschiedliche Färbemittel erzeugt. Relativ einfach waren schwache Grün- und Gelbtöne herzustellen. Ein sehr intensives Blau konnte man durch Waid erzeugen, ein Kraut, das den Indigo-Farbstoff enthält, der heute industriell gewonnen und zum Färben der Jeans verwendet wird. Der blaue Farbstoff war schon 2500 v.Chr. bei den Ägyptern bekannt. Cäsar beschreibt die Bretonen, die ihre Körper mit blauer, aus Waid gewonnener, Farbe bemalen.

Als Kulturpflanze wurde der Färberwaid schon bei den Römern künstlich zur Gewinnung von Indigo-Farbstoff angebaut, bis zur chemischen Herstellung des Farbstoffs und den Importen aus Indien gab es hierzulande eine regelrechte Waidindustrie. 
Das Färben mit Indigo ist sehr aufwändig, doch werden wir mit einigen Exeperimenten versuchen, einige Naturstoffe für unsere Tuniken damit einzufärben.

Rottöne waren recht schwer zu erzeugen, das rot-violette Purpur, gewonnen aus der Purpur-Schnecke, kommt für einen Auxiliar nicht in Frage. Allerdings war es möglich, mit Ersatzfarbstoffen einen nahezu identischen Farbton zu erzeugen, wie Quellen belegen.

 Welche Farben davon für Soldaten in Frage kommen, muss aufgrund der Quellenlage offen bleiben. Es wird zwar vorgeschlagen, einfache Soldaten in weiß und Offiziere in rot zu kleiden, aber es gibt auch genügend Gegenbeispiele. Auch die Frage, bis zu welchem Maße die Uniformität, wie wir sie von heutigen Armeen gewöhnt sind, auf die Auxilien des 2. Jahrhunderts n. Chr. übertragbar ist.

Verzierungen auf der Tunika in Form von farblich kontrastierenden Längsstreifen (Clavi) sind denkbar. Oft wurden diese bereits beim Weben des Stoffes eingearbeitet, aber auch die nachträgliche Applikation ist nachgewiesen.