| Unser Jagdausflug war lustig. Der Weg war zuerst
einmalig schön und wechselte mehrmals zwischen 400 und
300 Höhenmetern. Am Ende des ersten Drittels stand der
Abstieg ins Wispertal (100m NN), der von Wildsäuen
nahezu umgegraben war. Am Ende stand die Wanderkneipe Kammerburg, wo wir uns mit bierigen Getränken stärkten. Mein Kürbis taugte ja leider nicht als Wasserbehälter. Dennis hatte seinen dabei, der etwa einen Liter faßte. Frank brachte sogar zwei mit je gut drei Litern Fassungsvermögen mit - leider konnte er keine Korken besorgen, sodaß wir erst abends einen Verschluß schnitzten. Wir hatten also beständig Bedarf nach Wasser. Von der Kneipe aus stiegen wir im gegenüberliegenden Tal rasch wieder auf 400m (schnauf). Der "neue" Wanderweg war hier auf einen Fußpfad zugewachsen. Lavierend zwischen Dornen, umgefallenen Bäumen und dem Abgrund kamen wir etwas langsamer voran. Ab der malerischen Ruine der Kammerburg war selbst dieser Weg nicht mehr gangbar. Wir drifteten immer mehr ins benachbarte Bachtal ab, wo wir auf der ehemaligen Wegetrasse eines Steinbruches uns langsam wieder auf 400m hinaufarbeiteten. Den Weg teilte sich ein kleiner schlammiger Bach mit uns, den wir mehrfach querten. Große Bäume lagen quer über dem Tälchen, das auf beiden Seiten von steilen Felswänden begrenzt war. So brauchten wir für etwa 2km Aufstieg etwa 1 1/2 Stunden. Danach gings unter dem frenetischen Jubel der Bevölkerung ("Seid ihr Wikinger?" - "Seht ihr nicht, daß wir keine Hörnerhelme tragen?") durch den "malerischen" Ort Ransel. Hier erreichten wir mit etwa 430m den höchsten Punkt und konnten unter einem Handymast stehend unseren Troß erreichen (sonst konnte man den Hand-Semaphor glatt vergessen). Unser mulio Volker hatte sich gerade selbsttätig in Gang gesetzt, was uns - mittlerweise wieder wasserlos - in nicht geringe Freude versetzte. Der letzte Abstieg sollte aber alles bisher gehabte in den Schatten stellen! Beide Wege an den Seiten des Tales waren durch schwere Baumaschinen total verschlammt. Der nördliche, den wir zuerst versuchten, war wieder mit Bäumen verbarrikadiert, sodaß wir zuerst wieder den Bach versuchten. Der war dann bald darauf mit Dornensträuchern zugewachsen, die uns das Überwechseln auf die andere Seite schwer machten. Einmal mußten wir den Weg freischlagen, wobei Franks niegelnagelneues Ringknaufschwert an der Griffangel entzweibrach. Ich hatte irgendwann die Schnauze so voll, daß ich mich einfach durchrammte (Winkelriß in der Tunika!). Der südliche Weg lag auch wieder voller Bäume, die jedoch kurz vor uns durch Waldarbeiter freigeräumt wurden. Blieb der Schlamm.
Das Biwak war wirklich
schön, nur war ich zum Grillen fast zu erschöpft.
Dennoch ließen es die Contubernalen nicht zu, daß ich
vor zehn ins Zelt schlüpfte. Beim Frühstück am
nächsten Morgen ließen wir uns schön Zeit, der Troß
kürzte den Rückweg zusätzlich ab. Auf Nachfrage
bestätigte mir Frank, auch er habe vorgestern
ausgezeichnet geschlafen. Jetzt leiden wir beiden
Sesselpuper am Muskelkater, aber wir Ach ja, unsere Winterwanderung soll dieses Mal in der nördlichen Wetterau stattfinden. Genaueres wird noch bekannt gegeben. |