Während schon große Militäranlagen wie Rottweil und
Ladenburg im Landesinneren seit der Zeit Vespasians zwischen 70 und 80
n. Chr. angelegt worden waren, entstand nun zur Sicherung des neuen
Provinzgebietes der Limes mit seinen zahlreichen
Hilfstruppen-Kastellen.Neuere Forschungen bringen diese
umfassende Umstrukturierung mit Kaiser Trajan in Verbindung, der
Statthalter in Mainz gewesen war und in der Nachfolge Domitians
zwischen 100 und 120 n. Chr. durch das Anlegen von Schneisen und den
Bau von Wachtürmen den Grenzverkehr kontrollieren ließ.
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Dieser Effekt wurde später durch das
Ausheben eines Grabens und das Errichten der Limespalisade
verstärkt. Die Kontrolle des Übergangs von Personen und
Warengütern oblag nun vollständig den stationierten Truppen.
Als militärische Befestigung war der Limes trotz des engen
Netzes von Wachtürmen und Kastellen nahezu unbrauchbar. Durch
eine geschickte römische Bündnispolitik, Klientel, Warenaustausch
und militärische Kontrolle des Vorlandes war die Gefahr eines
großangelegten Angriffes zumindest bis zur Mitte des 3. Jahrhunderts auch nicht gegeben. |
| Zur Abwehr von kleinen Räubertrupps
(Latrones) und für
wirtschaftliche Zwecke hat sich der Limes aber über eine
lange Zeit hinweg bewährt.
In Großkrotzenburg trifft der Taunus-Wetterau-Limes
auf den Main, um hier als "nasse Grenze" weiterzuführen.
Die wichtige Funktion als Umschlagsplatz für Warengüter wird durch
eine Brücke über den Main und eine Benifiziarier-Station (mit Polizei- und Zollaufgaben)
unterstrichen. |
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Die Gründung des Kastells wird gegen Ende des 1. Jahrhunderts
vermutet. Die nicht nachgewiesene Holzkonstruktion wurde ca. ab 110
n.Chr. durch einen massiven Steinbau ersetzt, von dem noch
Bebauungsreste vorhanden sind und dessen Lageplan sich heute noch im
Stadtbild und der Straßenführung erkennen läßt. |
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Die ca. 500 Mann starke 4. Vindeliker-Kohorte
wurde aus Nida (Frankfurt-Heddernheim) abgezogen und in dem ca. 2,2 ha großen Kastell
stationiert.
Die Vindeliker waren
ein keltischer Volksstamm aus der Gegend um Augsburg (Augusta
Vindelicum), aus dem zur Gründungszeit der Einheit die Soldaten
rekrutiert worden waren. |
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Zu Beginn des 2. Jahrhunderts bestand die
Einheit - wie alle am Limes eingesetzten Truppen - aus Provinzbewohnern, die kein römisches Bürgerrecht
besaßen (peregrines). Diese Hilfstruppen erhielten weniger Sold als
reguläre Legionäre, unterschieden sich in Kleidung und Bewaffnung
aber nur unwesentlich. Auf der Trajanssäule in Rom werden zur
Unterscheidung Legionäre im Schienenpanzer (lorica segmentata) mit
viereckigem Schild (scutum) und Wurfspeer (pilum) dargestellt,
während die Auxiliare knielange Hosen, Kettenhemden (lorica hamata), Ovalschild
(parma)
und Stoßlanze (hasta) tragen. Dieses Denkmal ist allerdings aufgrund
künstlerischer Freiheiten mit Vorsicht zu betrachten, so zum Beispiel
stammen die meisten
Fragmente von Schienenpanzern aus Auxiliar-Kastellen.
Inwieweit die Unterscheidung der Ausrüstung von Legionären und Auxilien so der
damaligen Realität entspricht, muß also vorerst offen bleiben. |
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Zu den Aufgaben der Soldaten gehörten neben
dem militärischen Dienst die Überwachung des Limes und
seinem Vor- und Hinterland, die Durchführung von Bauvorhaben,
Verwaltungsaufgaben und vieles mehr. Bekannt war die Kohorte
für die in den zum Kastell gehörigen Tonbrennereien
gefertigten Ziegel, die über den Main und andere Handelswege
vertrieben wurden. |
Ziegel mit den Stempeln der COH IIII
VIND fanden sich in anderen Limeskastellen und bei
Ausgrabungen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.
Nach 25
Jahren Dienstzeit erhielten die Soldaten der Hilfstruppen eine
Pension und das römische Bürgerrecht. Nun erst war es ihnen
erlaubt, eine rechtlich gültige Ehe einzugehen. Die vorerst inoffiziellen Frauen
und Kinder der im Kastell stationierten Soldaten, Wirte,
Händler und Handwerker wohnten in einem Dorf außerhalb
der Kastelltore, dem vicus.
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| Sie waren wichtiger Bestandteil des
Soldatenlebens und stellten hier wie in vielen anderen
Garnisonen eine vom Lager und seiner Besatzung abhängige
dörfliche Gemeinschaft dar.
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