Nach der Eroberung Galliens und weiten Teilen Germaniens traten Rom
und die "Barbaren" in vielseitige kulturelle
Wechselbeziehungen. Dies betrifft in besonderem Maße auch die Mode, die
sich nicht nur in der Kleidung, sondern auch in den Frisuren, dem
Schmuck und dem "Make Up" wiederspiegelt.
Während in Rom zunehmend die einfache Tunika aus den Provinzen ihre
Liebhaber findet, so zeigt sich der kulturelle Wandel in den eroberten
Gebieten auch in der Entwicklung der Frauentracht.
In vorrömischer Zeit bestand die Frauentracht aus einem
Schlauchkleid, das traditionell von einem Fibelpaar auf den Schultern
fixiert wurde. Während sich die Fibeln im Laufe der Zeit
weiterentwickelten, blieb das Prinzip der Frauentracht von der
Bronzezeit bis zur römischen Eroberung das gleiche.
Nach einem kurzen Höhepunkt der Zwei-Fibel-Tracht in augusteischer Zeit
mit dem Aufkommen sehr großer Fibeln (Kragenfibeln, Zweiknotenfibeln,
Distelfibeln) verschwand diese Form des Frauenkleids im Laufe des 1.
Jahrhunderts zugunsten fibelloser Schnitte (z.B. langärmelige Tuniken,
Palla / Stola).
Manche Varianten von Kleidern wurden auch am
oberen Rand mit vielen Kleinfibeln gesäumt verziert, so daß
Ärmel entstanden. Die Calassis schließlich imitiert
diese Fibeln durch kleine knopfartige Verdickungen, die durch
das Einnähen von kleinen Kügelchen am Ärmelsaum entstehen
(siehe Bild). Ein Merkmal der römischen Tracht war auch das
Raffen der Kleidung unter der Brust durch einen oder mehrere
Bändchen. Im 2. Jahrhundert schließlich sind die großen
Fibeln für schwere Stoffe in den Frauengräbern nahezu
gänzlich verschwunden. Kleine Fibeln zum Raffen kleiner
Stoffmengen kommen in Mode, die oft mit vielfarbigen
Emailleeinlagen verziert sind.
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