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Rom und seine Hilfstruppen - Die Geschichte der COH IIII VIND
Die Expansion der Römischen Imperiums basierte auf der militärischen Überlegenheit des Militärs. Trotz fortschrittlichster Waffentechnik wären die Römer aber alleine nicht in der Lage gewesen, mit ihren Legionen die barbarischen Völker der damals bekannten Welt zu unterwerfen, dazu war schon alleine die Zahl der Soldaten nicht ausreichend.
| Als Cäsar Gallien erobert, nutzt er geschickt die Machtverhältnisse unter den keltischen Stämmen aus und findet unter seinen barbarischen Verbündeten die militärischen Möglichkeiten, die sein Heer nicht hatte. Schlagkräftige gallische und germanische Reiterei ergänzten schnell die kampfstarken Legionen. Durch Machtversprechen und Geldzahlungen wurden Hilfstruppen angeworben, die sich zu einem Pfeiler der römischen Kriegsführung entwickelten. Besiegte Völker mussten Truppen stellen und schnell konnten die Römer auf die besten Soldaten der Welt zurückgreifen. Bogenschützen aus Syrien, Schleuderer aus Kreta und von den Balearen, Kavallerie und todesverachtende Fußtruppen von den Barbaren des Nordens. Diese Völker kämpften mit den Waffen, an die sie von klein auf gewöhnt und perfekt in
deren Handhabung waren. |

So könnten die Vindeliker zu Cäsars Zeit ausgesehen haben - Keltische Krieger in Nasium 2008 © PiXures - Maréchal Jacques |
Als Drusus, der Stiefsohn des Kaisers Augustus, zusammen mit seinem Bruder Tiberius um 15 v. Chr. den Voralpenraum erobert, gehört auch der Siedlungsraum der keltischen Vindeliker dazu. Es ist anzunehmen, dass hier bereits die ersten Kohorten als Hilfstruppen zum Dienst ausgehoben wurden. Noch in der Traditionen der keltischen Krieger stehend, waren Sie den Feinden Roms ähnlicher als den Römern selbst.
Nach der römischen Niederlage in der Varusschlacht 9 n. Chr. begab sich ein großer Teil der römischen Armee im Jahre 14 n.Chr. auf einen Rachefeldzug. Feldherr war diesmal der Sohn des Drusus, Germanicus. Zu seinem Heer gehörten rund 29.000 Legionäre und 40.000 Auxiliarsoldaten inklusive Kavallerie. In der Schlacht bei Idistaviso 16 n. Chr. wird einmal mehr das Heer des Arminius gestellt. Die Vindelischen Hilftstruppen bewähren sich tapfer an Stelle der Legionen und verhindern die Vernichtung der römischen Bogenschützen. Arminius gerät in die Umzingelung, und nur mit viel List und Glück gelingt es ihm zu entkommen.
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 Bilder: © PiXures - Maréchal Jacques
| | Der Aufstand der Bataver gegen die Aushebung neuer Truppen in ihrem Gebiet stürzt das ohnehin gerade in den Wirren des 3-Kaiser-Jahres befindliche Imperium in eine erhebliche Krise. Immer mehr Stämme schließen sich dem Aufstand an, der schließlich blutig niedergeschlagen wird. Die Folge ist eine Neuordnung des germanischen Heeres, in flavischer Zeit findet die 4. Kohorte der Vindeliker ihre erstmalige Erwähnung. Als Auxliare unterscheiden sie sich nun kaum mehr von den Legionen und erhalten auch 80% von deren Sold.
Zunächst wurde die Kohorte in Nida stationiert, dem heutigen Frankfurt-Heddernheim und damaligen Hauptstadt der Civitas Taunensium. | | Zu Beginn des 2. Jahrhunderts wird die Truppe nach Großkrotzenburg verlegt, wo der Limes endet und als nasse Grenze in Form des Mains weiter Richtung Süden verläuft.
Der Name der Vindeliker-Kohorte dürfte zu diesem Zeitpunkt aber bereits eine Tradition und Reminiszenz an die Vergangenheit sein, denn die keltischen Vindeliker haben sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Nebel der Geschichte aufgelöst und sind einer romanisierten Provinzbevölkerung gewichen. Das Personal bestand - wie übrigens heute noch - aus Freiwilligen der örtlichen Bevölkerung.
Die Ausrüstung war das jeweilige Eigentum der Soldaten und musste vom eigenen Geld finanziert werden. Wer sich das nicht leisten konnte, erhielt ein Darlehen vom Staat, das ratenweise vom Sold wieder abbezahlt wurde. Die teuren Waffen haben dabei nicht selten mehrmals den Eigentümer gewechselt, wie Besitzerinschriften belegen. Zusammen mit anderen Quellen ergibt sich das Bild einer recht uneinheitlichen Armee, das weit von dem abweicht, das uns in Hollywood-Filmen angeboten wird. Vieles bleibt Spekulation, und die Frage, ob wirklich jeder Soldat am Limes ein Kettenhemd und einen Helm besessen hat, wird wohl nie endgültig beantwortet werden können. Wir stützen uns in unseren Rekonstruktionen oft auf zeitgenössische Abbildungen, wie z.B. der Trajanssäule, aber es ist klar, dass die antiken
Künstler uns ebenfalls ein Idealbild vermitteln, das in der Realität vielleicht ganz anders ausgesehen hat. Unsere Arbeit ist daher, kritisch die Textquellen mit den Bildern und den archäologischen Hinterlassenschaften abzuwägen und daraus ein stimmiges Bild der Vergangenheit zu kreieren.
Weitere Infos zur Ausrüstung der Auxilien erhalten Sie in der linken Navigationsspalte.
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